Wasser-Brief 1/2006
Wasser als Heilmittel
Wasser für innen und außen
Schon die alten
Chinesen hielten sich mit Wasser fit. Vor 5.000 Jahren kannte man keine Apotheken,
keine 80.000 Medikamente und schwer verständlichen Gebrauchsanweisungen.
Es gab keine Fachärzte, es gab aber auch weniger Krankheiten. Beschwerden
beugte man vor - mit beachtlichen Heilerfolgen. Den Heilkundigen stand das zur
Verfügung, was sie in der Natur vorfanden: Kräuter, Früchte,
pflanzliche Wirkstoffe aus Blüten, Samen, Stengeln, auch Mineralstoffe
wie Schwefel und Metalle wie Gold - und nicht zu vergessen: das Wasser.
Urmedizin Wasser
Schon vor 2.500 Jahren verkündete der griechische Philosoph Pindar "Wasser ist das Beste". Der bekannte Naturphilosoph Thales von Milet erkannte im Wasser den Urstoff allen Lebens. Menschen aller Jahrhunderte beriefen sich immer wieder auf seine Heilkraft. Auch die Begründer der modernen Heilkunde wie Hippokrates, Äskulap, Galen und Paracelsus vertrauten - ebenso wie die legendäre Klosterärztin Hildegard von Bingen - der heilenden Wirkung des Wassers. Sie alle glaubten an die Kraft des Wassers zur inneren Reinigung und Entschlackung. Dass Wasser, äußerlich angewendet, große Heilwirkung auf Organismus und Psyche hat, ist ebenfalls seit Jahrtausenden bekannt. Auch die "Wasserärzte" Dr. Siegmund Hahn und sein Sohn Dr. Johann Siegmund Hahn rühmten im 18. Jahrhundert die Wirkung des Wassers. Bis heute sind die Kneippkuren von Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) beliebt. Teil- und Vollbäder, Wickel, Waschungen, kalte Duschen, Güsse, Packungen und Wassertreten sind in den vielen Kneippkuranstalten unserer Republik immer noch modern und gefragt. Und die feuchtkalten Wickel des schlesischen Landwirts Vinzenz Prießnitz (1799-1851) sind bis in unsere Tage ein bewährtes und preiswertes Hausmittel: Denn kaltes Wasser von außen erzeugt heilende Wärme von innen.
Fit durch Wasser
Tautreten ist wieder "in" und gilt inzwischen als Heilmethode. Wenn Sie einen Rasen besitzen oder eine Wiese vor der Haustüre haben, laufen Sie einfach nach einem Regenguss barfuß über das kaltfeuchte Gras: gesünder, spaßiger und preiswerter geht's kaum. Kaltes Wasser aktiviert das vegetative sympathische Nervensystem, (das unwillkürliche, nicht beeinflussbare Nervensystem). Es verengt Gefäße, erhöht die Herzfrequenz und kurbelt die Produktion von anregenden Stresshormonen an. Außerdem regt es den Zellstoffwechsel an, macht wach, konzentriert und leistungsfähig. Wasser kann sogar Schmerzen lindern, indem die Nerven beruhigt werden.
Warmes oder heißes Wasser dagegen aktiviert das vegetative parasympathische Nervensystem, den Gegenspieler des oben genannten "Stresssystems". Es erweitert die Gefäße, senkt den Blutdruck, wirkt ermüdend und hilft beim Einschlafen. Es regt die Magen- und Darmtätigkeit an, drosselt die Produktion von Stress- und Schilddrüsenhormonen und somit auch den Zellstoffwechsel. Es wirkt entspannend und beruhigend. Wir kennen das von den wohltuenden, warmen Bädern oder auch von den entspannenden Duschen - beispielsweise nach dem Sport.
Die Temperaturen spielen eine wichtige Rolle bei den Wasseranwendungen. Auch auf die Länge der unterschiedlichen Anwendungen sollte man achten. Bei Bädern lautet die Regel generell: Je kälter oder je heißer - desto schneller wieder raus aus dem Wasser. Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen konsultieren selbstverständlichen ihren Arzt.
Wasser ist nicht nur lebenswichtig, es hält uns auch fit und gesund. Genug Gründe, es hochzuschätzen.
Der Wasser-Rat
Im Sommer, wenn das Thermometer immer höher steigt, erfrischt nichts so sehr wie ein Sprung ins kalte Wasser. Also ab ins nächste Schwimmbad oder zum Badesee. Erst abkühlen, dann einen Köpper in die blauen Fluten - und schon fühlt man sich fast wie neu geboren. Nicht umsonst sind die Ferien am Wasser so beliebt bei Jung und Alt. Wie herrlich fühlt man sich nach einem Bad im Meer! Und wem das Schwimmen nicht ausreicht, der hat im Wasser noch so manche Überraschung zu erleben.
Schon mal Aqua-Jogging gemacht? Oder Aqua-Gym ? Schwimmbäder bieten im Sommer und Winter Schnupperstunden für verschiedene Fitnessprogramme im Wasser an. Aqua-Walking, Aqua-Aerobics oder Aqua-Jumping sind längst nicht alle Wasserertüchtigungen. Außer den "Fitness- und Funsportarten" für die Sportiven gibt es auch sanfte, entspannende Übungen im Wasser oder Aufbauprogramme für Reha-Patienten. Therapeuten nutzen den Auftrieb im Wasser, um Muskelgruppen gezielt und dynamisch aufzubauen. Muskel- oder Gelenkbeschwerden sind unter Wasser erheblich geringer oder fallen sogar weg.
Nicht jedem bedeutet Fitness viel. Genießen Sie dann einfach das sanfte, stressfreie Schweben im warmen Wasser.
Bei allen Aktivitäten im Wasser - ob im warmen oder kalten Element - können wir ins Schwitzen geraten. Wir merken es nur nicht. Deshalb denken Sie bitte daran, immer ausreichend zu trinken. Trinkwasser ist der preiswerteste Durstlöscher, praktisch überall und immer zu haben.














