Wasser-Brief 2/2004
Faszination Wasser
Ohne Wasser kein Leben
Seit Urzeiten zählt das Wasser neben der Erde, der Luft und dem Feuer zu den vier Urelementen. Diese "Stoffe" sind im eigentlichen Sinne aber keine Elemente, sondern Moleküle. Chemiker erklären ein Molekül so: Es ist die kleinste Einheit einer chemischen Verbindung, die sich noch in mehrere Atome aufspalten lässt.
Seit Ende des 18.Jahrhunderts weiß man, dass das Wassermolekül aus 2 Teilen Wasserstoff (H = Hydrogenium) und 1 Teil Sauerstoff (O = Oxygenium) besteht: Deshalb lautet seine Formel auch H2O. Dieses H2O regiert die Welt. Seit Jahrmillionen zirkuliert die farb-, geruch- und geschmacklose Flüssigkeit um unseren Planeten - man nennt dies den Wasserkreislauf zwischen Meeren, Wolken, Schnee und Regen, Seen, Flüssen und unterirdischen Strömen. Angetrieben wird dieses ewige "Recycling" von der Sonne. Das Leben, einst in der wässrigen Ursuppe entstanden, könnte ohne H2O nicht existieren.
Rätselhafte Eigenschaften
Vielen Menschen scheint das Wassermolekül vertraut. Dennoch besitzt es chemische und physikalische Eigenschaften, die den Wissenschaftlern immer noch Rätsel aufgeben. H2O ist nämlich eine Substanz, die aus dem Rahmen fällt dank drei entscheidender Merkmale.
Erstes besonderes Merkmal: Während alle anderen bekannten Flüssigkeiten dichter und schwerer werden, wenn sie gefrieren, dehnt sich erstarrtes Wasser = Eis aus und wird dadurch leichter. Darum schwimmt Eis auf dem Wasser. Verhielte sich das Wasser nicht so, frören Seen und Meere von unten her zu. Unsere Erde wäre ein toter Planet.
Zweite kuriose Eigenschaft: Wasser kann wie keine andere Substanz Wärme speichern, transportieren und langsam wieder abgeben. Folglich funktionieren die Ozeane wie eine überdimensionale Klimaanlage. Die Meeresströmungen tragen Wärme bis zu den Polen und die Kühle der Polarregion zurück bis in die Tropen. Ohne diesen mildernden Klimaaustausch wären die Sommer glühend heiß und die Winter arktisch kalt. Es gäbe unerträgliche Temperaturstürze.
Besonderes Merkmal Nummer 3: Wasser ist ein universelles Lösungs- und ideales Transportmittel. Zucker oder Salz verschwinden im Wasser scheinbar spurlos. Wasser löst aber auch Eiweißstoffe und Enzyme und nimmt Gase wie Sauerstoff und Kohlenstoff auf. Im menschlichen Körper versorgt es als Bluthauptbestandteil jede Zelle mit Nährstoffen, transportiert Abwehrstoffe und spült Gifte zu Leber und Nieren. Dies erklärt, dass unser eigener Wasserhaushalt immer "aufgefüllt" werden muss und Trinken lebensnotwendig ist. Schließlich regelt das Wasser durch das Schwitzen unsere Körpertemperatur.
Das faszinierende Geheimnis des vielseitigen Wassermoleküls H2O liegt in seiner atomaren Struktur. Die beiden kleinen Wasserstoffatome hängen wie Mickymausohren an dem größeren Sauerstoffatom. Diese Verbindung ist kaum zu zerstören. Nur Temperaturen über 3.000 Grad oder elektrischer Strom können Wasserstoff und Sauerstoff trennen.
Ist dieser kleine Chemieunterricht nicht spannend, wenn wir uns einmal in Ruhe die unglaublichen Eigenschaften des Wassers durch den Kopf gehen lassen? Wasser kommt zudem in allen drei Aggregatzuständen vor - als flüssiger, fester und gasförmiger Stoff. Tagtäglich nehmen wir es als eine Selbstverständlichkeit hin. Es steht ja jederzeit zur Verfügung. Genug davon gibt es in unserer Region ohnehin. Aber was ist mit der halben Milliarde Menschen, die mit ständiger Wasserknappheit leben? Wenn, wie befürchtet, die Weltbevölkerung weiter explodiert, werden nach Schätzung der Vereinten Nationen im Jahr 2025 bis zu 3,4 Milliarden Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Wasser haben. Denken wir doch darüber einmal nach!
Einwandfreies Trinkwasser in jeder Menge und zu jeder Zeit - dafür sollten wir dankbar sein und es dementsprechend wertschätzen.
Der Wasser-Rat
Winterzeit - Schnupfenzeit - Badewannenzeit
Spätestens beim mehrfachen Niesen ist die winterliche Badesaison in den heimischen vier Wänden angesagt. Raus aus den Klamotten - rein ins wohlig-warme Wasser. Ein Vollbad heizt ein, macht der Erkältung lange Beine, streichelt die Seele. Im warmen Wasser lösen sich körperliche und seelische Anspannung. Gönnen Sie sich je nach Lust und Laune wohltuende Badezusätze.
Duftbäder als Seelentröster
Ätherische Öle können Ihre Stimmung heben. Also einfach einige Tropfen Ihres Lieblingsduftöls, am besten aufgelöst in ein wenig Milch, in die Badewanne - und schon bald merken Sie die Kraft des Stimmungsmachers. Gute Laune verbreiten Essenzen von Lavendel, Bergamotte oder Rosenöl.
Möchten Sie den Stress wegbaden? Dann helfen Ihnen Düfte der Zeder, Zypresse, Geranie oder Grapefruit, die Anspannung zu verjagen.
Hallo-Wach-Aromen
Ein Bad kann aber auch als Wachrüttler genossen werden. Belebende Aromen wie Rosmarin, Limette, Ingwer oder Pfefferminze helfen Ihnen dabei. Allerdings darf das Badewasser nicht zu heiß sein. Ein kurzes, 5 bis 8 Minuten dauerndes Bad bei 36-37 Grad bringt Erfrischung am Abend.
Gute-Nacht-Bad
Wer vor dem Schlafengehen badet, sollte mutig einen Griff ins Gewürzregal wagen: Je eine Handvoll Basilikum, Lavendel und Zitronengras in einem Stoffbeutel ins Badewasser geben. Das macht angenehm schläfrig. Als Betthupferl einen warmen Kräutertee. Gesünder geht's kaum. Und Wohlbefinden bereitet's außerdem.
Ihr Winter-Verwöhnbad
Im Übrigen können Sie sich Ihre Lieblingsmischung selbst mixen. Probieren Sie aus, was Sie besonders gern mögen und gönnen Sie sich von Zeit zu Zeit ein entspannendes oder belebendes Bad. Ein Verwöhnbad im Winter kann wahre Wunder bewirken.
Wichtig bei allen Bädern: Schalten Sie ab, lassen Sie die Seele baumeln und freuen Sie sich über Ihre eigene Kreativität. Im feuchten Nass mit Kräutern und ätherischen Ölen hebt sich die Stimmung, Sie entspannen und bekommen neue Kraft.














