Im Laufe von mehr als 125 Jahren haben sich die Stadtwerke Langenfeld von einem einst kommunalen Gaswerk zu einem modernen Infrastruktur- und Energiedienstleister entwickelt. Während sich die Aufgaben und Anforderungen im Laufe der Zeit stetig verändert haben, ist das Ziel stets gleichgeblieben: die Menschen in Langenfeld zuverlässig zu versorgen. Heute prägen Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Versorgungssicherheit und die Energiewende die Arbeit des Unternehmens. Gleichzeitig bleiben die Stadtwerke eng mit der Region verbunden und übernehmen Verantwortung für die Lebensqualität vor Ort.
Gründung & Aufbau (1896–1902)
1896
Die erste konkrete Idee zum Bau eines Gaswerks in Langenfeld entsteht. Auf Einladung von Bürgermeister Julius Haas treffen sich am 7. Juni acht Gemeindevertreter im „Locale des Herrn Arrenberg“, um über die Errichtung einer Gasanstalt zu beraten. Die Sitzung gilt als Beginn der Planungen.
1901
Die Gemeinde beschließt offiziell den Bau eines Gaswerks und gründet am 2. Juli die Stadtwerke Langenfeld. Die Planung übernimmt der Düsseldorfer Ingenieur und Gasanstaltsdirektor Hannibal. Für die Anlage wird ein zentral gelegenes Grundstück erworben.
1902
Am 20. Januar nimmt das Gaswerk den Betrieb auf. Bereits im ersten Jahr werden über fünf Kilometer Leitungen verlegt und die Ortsteile Immigrath, Katzberg und Richrath angeschlossen. In Richrath sorgen 47 Gaslaternen erstmals für öffentliche Straßenbeleuchtung. Das Gaswerk versorgt rund 120 Kunden.
Wachstum & erste Technikentwicklung (1907–1913)
1907
Mit dem Bau eines zweiten Gasbehälters mit einem Fassungsvermögen von 1.000 Kubikmetern wird die Versorgungskapazität erweitert. Die Zahl der Kunden steigt auf etwa 240.
1909
Das Verbandswasserwerk Langenfeld wird gegründet und übernimmt die Trinkwasserversorgung mehrerer Orte in der Region.
1912
Eine erste umfassende Modernisierung erhöht die Leistungsfähigkeit des Gaswerks deutlich. Die tägliche Produktionskapazität steigt auf bis zu 6.000 Kubikmeter Gas.
1913
Die Jahresproduktion überschreitet erstmals die Marke von 500.000 Kubikmetern. Die steigende Nachfrage unterstreicht die wachsende Bedeutung der Gasversorgung.


Krisen & Umbruch (1914–1923)
1914
Verhandlungen mit RWE über eine Ferngasversorgung werden durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrochen.
1916
Die Gespräche werden wieder aufgenommen. Der Anschluss an das Ferngasnetz wird beschlossen und die eigene Gasproduktion aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.
1922–1923
Die Inflation führt zu drastischen Preissteigerungen und belastet die Gasversorgung erheblich.

Neuausrichtung: Gas statt Licht (1925–1935)
1925
Ein dritter Gasbehälter mit einem Fassungsvermögen von 3.000 Kubikmetern wird errichtet. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen wird die Infrastruktur weiter ausgebaut.
1925–1930
Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektrizität verliert Gas als Lichtquelle an Bedeutung. Der Gasverbrauch geht zunächst zurück.
1926
Unter Direktor Nikolaus Walper werben die Stadtwerke verstärkt für Gas als Heizenergie. Neue Gasheizkörper werden eingeführt.
1933
Langenfeld zählt inzwischen zu den führenden Städten bei der Nutzung von Gasheizungen. Zudem werden die Verwaltungen von Stadtwerk und Wasserwerk zusammengelegt.
1935
Der Gasverbrauch überschreitet erstmals die Marke von einer Million Kubikmetern. Gleichzeitig beginnt eine Phase wirtschaftlicher Stabilisierung.


Krieg & Zusammenbruch (1939–1946)
1944–1945
Während des Zweiten Weltkriegs wird die Straßenbeleuchtung im Rahmen der Verdunkelung abgeschaltet. Zerstörungen und Produktionsausfälle führen zum weitgehenden Zusammenbruch der Gasversorgung.
1945
Nach Kriegsende nimmt die Verwaltung ihre Arbeit wieder auf und beginnt mit dem Wiederaufbau.
1946
Die Gasversorgung bleibt aufgrund staatlicher Begrenzungen und knapper Ressourcen weiterhin stark eingeschränkt.
Wiederaufbau & Wachstum (1948–1965)
1948
Die Währungsreform bringt wirtschaftlichen Aufschwung und lässt die Nachfrage nach Gas wieder steigen.
1950
Der Gasverbrauch erreicht rund 2,5 Millionen Kubikmeter. Das Wachstum von Bevölkerung und Wirtschaft sorgt für eine steigende Nachfrage.
1955
Das Leitungsnetz wird auf etwa 70 Kilometer ausgebaut und erreicht immer mehr Haushalte.
1965
Der Gasverbrauch steigt auf rund sechs Millionen Kubikmeter und dokumentiert die positive Entwicklung der Nachkriegszeit.

Erdgas-Revolution (1967–1975)
1967
Die Stadtwerke treffen die Grundsatzentscheidung zur Umstellung von Stadtgas auf Erdgas. Ausschlaggebend sind neue Erdgasvorkommen und bessere wirtschaftliche Perspektiven.
1968–1969
Die vollständige Umstellung auf Erdgas erfolgt innerhalb von nur zwei Monaten und markiert einen bedeutenden technischen Wandel.
1975
Der Gasverbrauch steigt auf rund 32 Millionen Kubikmeter. Gleichzeitig wächst das Rohrnetz auf 94 Kilometer.
Boom & Modernisierung (1976–1989)
1976
Zum 75-jährigen Jubiläum nutzen bereits die meisten Haushalte in Langenfeld Gas zum Heizen.
1983
Mit Investitionen von über einer Million Mark wird die Versorgungsinfrastruktur weiter modernisiert.
1985
Eine neue Übernahmestation wird in Betrieb genommen. Der Gasverbrauch erreicht 35,7 Millionen Kubikmeter.
1986
Weitere Investitionen stärken die Leistungsfähigkeit und Versorgungssicherheit des Netzes.

Rekorde & Strukturwandel (1990er Jahre)
1990
Der Ausbau des Versorgungsnetzes wird mit einer neuen Station fortgesetzt.
1991
Mit 45,3 Millionen Kubikmetern wird ein neuer Verbrauchsrekord erreicht. Gleichzeitig wird ein neues Zentrallager eröffnet.
1993
Die Investitionen steigen auf 2,7 Millionen Mark und unterstreichen den Modernisierungskurs.
1995
Der Gasverbrauch nähert sich erstmals der Marke von 50 Millionen Kubikmetern.
1996
Mit 56,5 Millionen Kubikmetern wird der höchste Gasverbrauch der Unternehmensgeschichte erreicht.
1997
Auch beim Tagesverbrauch werden neue Rekordwerte verzeichnet.
1998
Weitere Netzerweiterungen begleiten einen weiterhin hohen Gasverbrauch von rund 53 Millionen Kubikmetern.


Modernisierung & Digitalisierung (1999–2006)
1999
Die Stadtwerke werden in eine GmbH umgewandelt. Gleichzeitig werden moderne Fernüberwachungssysteme eingeführt.
2001
Zum 100-jährigen Jubiläum präsentieren sich die Stadtwerke als wirtschaftlich stabiles Unternehmen. Das neue KundenZentrum an der Solinger Straße 41 wird eröffnet.
2006
Das Verbandswasserwerk erhält mit der Verbandswasserwerk Langenfeld-Monheim GmbH & Co. KG eine neue Rechtsform. Eigentümer bleiben die Städte Langenfeld und Monheim.




Energiewende (2010er Jahre)
2011
Die Stadtwerke werden erstmals als „TOP-Lokalversorger“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhalten sie seitdem jährlich.
2013
Die Verwaltung zieht von der Langforter Straße in das neue Verwaltungsgebäude an der Elisabeth-Selbert-Straße 2.
2017
Das Verbandswasserwerk versorgt mehr als 104.000 Menschen mit Trinkwasser. Das Leitungsnetz umfasst inzwischen 357 Kilometer.


Energiekrise & Wandel (2020–2022)
2020–2022
Während der Corona-Pandemie stellen die Stadtwerke ihre Arbeitsabläufe erfolgreich auf digitale Prozesse und Homeoffice um. Trotz der Einschränkungen bleibt die Versorgung jederzeit gesichert.
2022
Die Energiekrise führt zu stark steigenden Energiepreisen, insbesondere bei Gas. Versorgungssicherheit und Kundenberatung gewinnen dadurch weiter an Bedeutung.


Transformation (2020er Jahre)
Ab 2022
Ein neuer Markenauftritt, der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur und die Erweiterung des Glasfasernetzes prägen die Weiterentwicklung des Unternehmens.
2024
Mit der Gründung der Stromnetzgesellschaft übernehmen die Stadtwerke die Straßenbeleuchtung in Langenfeld und erweitern ihr Aufgabenfeld im Bereich kommunaler Infrastruktur.
2024–2026
Diskussionen über die Zukunft des gemeinsamen Wasserwerks mit Monheim verdeutlichen die Bedeutung strategischer Ressourcen. 2026 wird eine Einigung über den Fortbestand der Zusammenarbeit erzielt.
2026
Die Stadtwerke feiern ihr 125-jähriges Bestehen. Aus dem einstigen Gaswerk ist ein moderner Infrastruktur- und Energiedienstleister mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Zukunftstechnologien geworden.




Heute
Heute versorgen die Stadtwerke Langenfeld die Region mit Strom, Gas, Wasser, Glasfaser sowie modernen Energie- und Mobilitätslösungen. Gemeinsam mit dem Verbandswasserwerk Langenfeld-Monheim stehen sie für eine sichere, nachhaltige und zukunftsorientierte Versorgung. Darüber hinaus engagieren sie sich aktiv für Sport, Kultur und soziale Projekte und fördern mit der „Langenfeld-Crowd“ zahlreiche lokale Initiativen.